Presseinformation zur Verbandsversammlung Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung am 07.12.2022

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Am 07.12.2022 fand im Besprechungsraum der Amberger Stadtwerke die 4. Verbandsversammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in diesem Jahr statt. Folgenden Punkte wurden besprochen:

 

  1. Einsatzbilanz 2022 – Quartals-Reporting 3. Quartal 2022

Die Tabelle „Einsatzzahlen Januar bis 28. November 2022“ zeigt die Einsatzverteilung der ILS Amberg gegliedert nach Einsatzarten. Im Bereich des Rettungsdienstes wurden bis zum 28.11.2022 45.869 Einsätze registriert, diese teilen sich auf 20.657 Einsätze im Bereich des Krankentransportes und 25.212 Einsätze im Bereich der Notfallrettung auf.

Im Bereich der Feuerwehr wurden in der Rubrik „Brand“ bis zum 28.11.2022 1.083 Einsätze verzeichnet, 453 Einsätze wurden durch Brandmeldeanlagen ausgelöst. In der Rubrik „Technische Hilfe“ wurden 2.955 Einsätze registriert, davon entfielen 867 Einsätze auf den Bereich der organisierten Ersten Hilfe (First Responder).

Einsätze

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Juni

Juli

Aug

Sep

Okt

Nov

 

Summe

Rettungsdienst

3843

3677

4301

4060

4231

4379

4866

4371

3997

4534

3610*

 

45.869

davon KTP

1849

1691

1986

1823

1965

1948

2072

1951

1773

1990

1609*

 

20.657

Brand

45

74

91

77

73

106

226

162

87

81

61*

 

1.083

davon BMA

24

40

35

39

40

44

41

48

53

47

42*

 

453

Technische Hilfe

227

460

217

217

394

383

325

322

306

303

221*

 

2.955

davon First Responder

68

55

63

66

64

86

106

86

93

104

76

 

867

Tabelle: Einsatzzahlen Januar bis 28.* November 2022

 

  1. Notarztstudie 2021

Durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren wurde dem Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) der LMU München im März 2020 der Auftrag erteilt, eine Bestandsaufnahme im Notarztdienst Bayern bzgl. verschiedener Parameter, wie Durchschnittsalter der Notärzte, Ausfallzeiten, Flächenabdeckung etc. durchzuführen.

Unter dem Titel „Notarztstudie 2021 – Untersuchungen zum Notarztdienst in Bayern“ wurde die Bestandsaufnahme im Oktober 2022 durch Staatsminister Herrmann vorgestellt. Die Studie ist zweigliedrig und bildet im ersten Teil den Ist-Zustand des Notarztdienstes ab, im zweiten Teil wird ein Planungsszenario entworfen, in welchem unter der Maßgabe der durchschnittlichen Erhaltung oder Verbesserung der Erreichbarkeit der bayerischen Gemeindeteile die bisherigen 229 Notarztstandorte teilweise geographisch neu-positioniert, teilweise in den Vorhaltungszeiten verändert oder gänzlich geschlossen werden. Im Planungsszenario werden von den 229 NA-Standorten 30 Standorte gestrichen, 20 Standorte auf eine Tagesvorhaltung reduziert sowie 11 neue 24/7-Standorte und drei neue „Tag-Standorte“ begründet. Insgesamt ergibt sich im Planungsszenario eine Reduktion der bisherigen 229 um 27,5 Standortäquivalente auf noch 213 Standorte mit 12- oder 24-Stunden-Vorhaltung.

Im Planungsszenario ergibt sich laut INM eine gleichwertige oder verbesserte Erreichbarkeit der bayerischen Gemeindeteile. Dies wird durch die taktisch-günstigere Neupositionierung von Standorten sowie die Abgabe von Notarzteinsätzen an das künftige Telenotarztsystem Bayern erreicht.

Das Planungsszenario sähe für den RDB Amberg eine Reduktion der notärztlichen Vorhaltung am Standort Hirschau vor, dieser würde zukünftig nur tagsüber besetzt werden. Die addierten Ausfallzeiten der Notarztstandorte Sulzbach-Rosenberg und Hirschau entsprechen wahrscheinlich heute schon einem solchen Szenario.

Auf dem Gebiet des RDB Nordoberpfalz sieht das Planungsszenario eine Schließung der Standorte Waldsassen und Neustadt a. d. Waldnaab sowie die Neugründung eines tagsüber-besetzten Notarztstandortes in Windischeschenbach vor.

Nach dem BayRDG legen die ZRF im Einvernehmen mit der KVB die Strukturen des Notarztdienstes Bayern fest. Insofern können die ZRF nicht gezwungen werden, das Planungsszenario umzusetzen. Eine offizielle/schriftliche Stellungnahme von KVB und den Kostenträgern zur Bewertung der Studie steht noch aus, es ist aber davon auszugehen, dass mindestens die Kostenträger einer Reduktion der Notarztvorhaltung unter wirtschaftlichen Aspekten nicht ablehnend gegenüberstehen werden.

 

  1. IT – Sicherheit – 1. Überwachungsaudit

Die ISO-Zertifizierungen auf Basis IT-Grundschutz geben der Leitstelle die Möglichkeit, ihre Bemühungen um Informationssicherheit und die erfolgreiche Umsetzung internationaler Normen unter Anwendung der IT-Grundschutz-Methodik nach innen und außen zu doku­mentieren.

Nachdem im Jahr 2021 die erfolgreiche Erstzertifizierung gemäß den rechtlichen Vorgaben abgeschlossen wurde, ist ein jährliches Überwachungsaudit notwendig. Dieses Über­wachungsaudit stellt die Umsetzung der festgestellten Abweichungen und Empfehlungen von der Erstzertifizierung innerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters fest. Ebenso wird der aktuelle Status der Integrierten Leitstelle hinsichtlich der Maßnahmen zur Informations­sicherheit geprüft.

Hierzu wurde im August und September 2022 eine Dokumentenprüfung vom Auditor durchgeführt. Im Zeitraum vom 29.09. bis 30.09. und 04.10. bis 05.10.2022, in Summe einem viertägigen Zeitaufwand, wurde das 1. Überwachungsaudit durchgeführt.

Der Auditor, Jens Eichler, hat am 10.10.2022 den Auditbericht erstellt und zugestellt. Das Überwachungsaudit bestätigte den erforderlichen Sicherheitsstandard mit Erfolg.

Im Ergebnis liefert die ILS Amberg den notwendigen Sicherheitsstandard gemäß ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als zuständige Behörde bestätigt den Sicherheitsstandard für den Betrieb der kritischen Infra­struktur der ILS Amberg. Somit ist für alle Beteiligten der hohe Sicherheitsstandard zum Betrieb der Integrierten Leitstelle weiterführend bestätigt.

 

  1. Information Fusionierung ZRF Amberg und ZRF Nordoberpfalz

Die Fusionierung des ZRF Amberg mit dem ZRF Nordoberpfalz schreitet voran. Laut Herrn Gruber vom BayStMI (Sachgebietsleiter D3) befindet sich der Freistaat Bayern im Zeitplan, um die rechtlichen Voraussetzungen für die Fusionierung zu schaffen. Die entsprechenden Rechtsnormen werden pünktlich zum 01.01.2023 in Kraft treten.

Der Name des fusionierten Zweckverbandes lautet: Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord. Aus den Integrierten Leitstellen Amberg und Nordoberpfalz wird die Integrierte Leitstelle Oberpfalz-Nord mit der Betriebsstätte Amberg und der Betriebsstätte Nordoberpfalz.

Ab 01.01.2023 wird den Verbandsvorsitz bis zur Neuwahl der jetzige Vorsitzende des ZRF Nordoberpfalz, Herr Andreas Meier, übernehmen.

Für die Vorarbeiten und die Umsetzung der Fusionierung arbeiten derzeit verschiedene Pro­jektgruppen sowie die Verwaltungen der beiden Zweckverbände eng zusammen, um die Arbeitspakete zu stemmen.

Die Standortwahl des neuen Zweckverbandes sowie der Leitstelle ist ein Prozess und noch offen. Mit dieser Thematik muss sich die neue Verbandsversammlung auseinandersetzen.

 

  1. Konstituierende Sitzung des neuen Zweckverbandes

Die konstituierende Sitzung des neuen Zweckverbandes findet am

Donnerstag, den 2. Februar 2023, um 10:00 Uhr statt.

Die Räumlichkeit wird noch bekannt gegeben.

 

  1. Verabschiedung ehem. Geschäftsleiter Stefan Neppl

Herr Stefan Neppl beendete zum 30.09.2022 seine Tätigkeit als Geschäftsleiter beim ZRF Amberg.

In der Verbandsversammlung am 28. September 2022 wurde Herr Neppl auf Grund der Vertretungen von Herrn OB Cerny, Herrn Landrat Ebeling und Herrn Landrat Reisinger, nicht ordentlich verabschiedet.

Die Verabschiedung fand aus diesem Grund in dieser Verbandsversammlung statt.