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Presseinformation zur Verbandsversammlung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung am 23.09.2020

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Der bisherige Verbandsvorsitzende (Herr Oberbürgermeister Michael Cerny), sowie sein erster Stellvertreter (Herr Landrat Thomas Ebeling) und sein zweiter Stellvertreter (Herr Landrat Richard Reisinger), die diese Funktionen seit 2014 ausführen, wurden bei der Verbandsversammlung in ihren Ämtern wieder bestätigt.

Weitere Verbandsräte sind:

für die Stadt Amberg:

Christian Schafbauer

für den Landkreis Amberg-Sulzbach:                                              

Alexandra Sitter und Fredi Weiß

für den Landkreis Schwandorf:

Hans Graßl, Armin Schärtl und Dieter Jäger

 

Nach der Wahl des Verbandsvorsitzenden informierte ZRF Geschäftsleiter Stefan Neppl noch über die einheitliche Ausstattung der Rettungswagen im Rettungsdienstbereich Amberg:

Die in Bayern eingesetzten Rettungswagen (RTW) werden zentral durch eine Abteilung des Bayeri­schen Roten Kreuzes in München ausgeschrieben und beschafft. Trotz der äußerlichen Gleichheit sind die Fahrzeuge von Durchführendem zu Durchführendem unterschiedlich ausgestattet und ein­gerichtet. Im Rettungsdienstbereich Amberg gab es bereits in der Vergangenheit Bestrebungen, Ausstattung und Einrichtung der Rettungswagen über Organisationsgrenzen hinweg zu verein­heitlichen.

Dieses Projekt wurde im November 2018 wiederbelebt. In insgesamt neun Sitzungen der Pro­jektgruppe wurden Standards definiert und diskutiert, sowie daraus eine einheitliche Ausstattung und Einrichtung für die Rettungswagen erarbeitet. Dabei wurde das Projekt auch auf höherer Ebene wahrgenommen und durch den Rettungsdienstausschuss Bayern als das für das Qualitätsma­nagement (QM) im Rettungsdienst zuständige Gremium als Modellprojekt begleitet. Die im Rettungsdienstbereich (RDB) Amberg gemachten Erfahrungen könnten dabei als Blaupause für eine landesweite Vereinheitlichung der Ausstattung und Einrichtung dienen.

Als weiteres Thema sprach Stefan Neppl auch die Zertifizierung des IT-Sicherheitsrahmenkonzeptes an.

Aufgrund der Einstufung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden die Integrierten Leitstellen als Einrichtungen der kritischen Infrastruktur gewertet. Dies erfordert ein IT-Sicherheitsrahmen­konzept nach ISO 27001 auf der Basis des IT-Grundschutzes. Das Bayerische Staatsministerium des Innern setzt weiterführend die zeitnahe bayernweite und vollständige Umsetzung der Zertifizierung der Integrierten Leitstellen nach ISO 27001 voraus.

Der ZRF Amberg hat aufgrund der notwendigen Umsetzung des IT-Sicherheitsrahmenkonzeptes für Integrierte Leitstellen (ILS) entsprechende Weiterentwicklungen nach ISO 27001 auf der Basis des IT-Grundschutzes vorgenommen. In einem fünftägigen Audit wurde vom 10.08. bis 14.08.2020 die gesamte IT-Infrastruktur auf Herz und Nieren geprüft.

Im „Managementsystem für Informationssicherheit“ wurde die gesamte Hard- und Software zu­sammengefasst, auf welche die mit der europäischen Norm konformen Regeln des IT-Grund­schutzes angewandt und im Ergebnis die Erfüllung aller gesetzlichen Vorgaben bescheinigt wurde. Somit hat die ILS Amberg das IT-Sicherheitsrahmenkonzept entsprechend umgesetzt und das Auditor-Testat der Einstiegsstufe nach ISO 27001 erhalten.

 

Ein weiteres Thema war in der Verbandversammlung die aktuelle Vorbereitung zum Auswahlverfahren der Leitenden Notärzte (LNA). Die Bestellungen der LNA durch die Verbandsversammlung sind für die nächste Sitzung am 09.12.2020 geplant.

 

Zum Abschluss gab es noch eine COVID-19-Nachbetrachtung und den aktuellen Stand.

In der letzten Verbandsversammlung am 03.03.2020 wurde auf die herannahende Ausnahme­situation im Rahmen der COVID-19-Pandemie hingewiesen. Dabei wurde im Besonderen im Kreis der Verbandsversammlung die Herausforderung für die kritische Infrastruktur der ILS Amberg dis­kutiert, beispielsweise die Personalressourcen im Falle einer Erkrankung von Mitarbeitern.

In den darauffolgenden Tagen nahm die Dynamik der Pandemie weiter zu. Am 16.03.2020 wurde bayernweit der Katastrophenfall festgestellt. Zur Bewältigung dieser Herausforderung wurden für jeden Rettungsdienstbereich Ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (ÄL FüGK) bestellt.

Dem ÄL FüGK wurden in seinem Aufgabenbereich im Rahmen der Allgemeinverfügung zur Bewäl­tigung erheblicher Patientenzahlen in Krankenhäusern zahlreiche Zuständigkeiten und fachliche Weisungsrechte zugesprochen.

Für den Rettungsdienstbereich Amberg wurde Herr Marc Bigalke als ÄL FüGK bestellt. Herr Bigalke hat einen Stab - bestehend aus den Vertretern der beteiligten Organisationen - zusammengestellt und in einer bayernweit vorbildhaften Struktur die zahlreichen Aufgaben zur Bewältigung der Pandemie organisiert.

Von der Bestellung am 26.03.2020 bis zur Aufhebung des Katastrophenfalles am 16.06.2020 hatte der ÄL FüGK durch die „Allgemeinverfügung Notfallplan Corona Pandemie“ (Vollzug der Bekannt­machung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern für Sport und Integration sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 24.03.2020, Az. D4-2484-2-7 und G24-K9000-2020/134) für den Rettungsdienstbereich Amberg zahlreiche Aufgabenstellungen zu bewältigen.

In einem Kurzvortrag gab Herr Bigalke einen Überblick über die wesentlichen Aspekte aus seiner Sicht in der Funktion des Ärztlichen Leiters der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Im Besonderen in Anbetracht der aktuellen Entwicklung steigender Infektionszahlen, der Etablierung weiterer Test­zentren und lokalen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gab Marc Bigalke aus der Sicht des vormals bestellten Ärztlichen Leiters FüGK für den Rettungsdienstbereich Amberg eindrucks­volle Beispiele und informierte über die aktuellen Entwicklungen. (ra)